Lesetipp: Das Gespenst von Canterville

„Das Gespenst von Canterville“ vom irischen Schriftsteller Oscar Wilde (*1854) erzählt eine Gespenstergeschichte der ganz anderen Art. Es erschien 1887 als erste veröffentliche Erzählung von Wilde und gehört heute zu einem echten Klassiker. Diese Geschichte entstammt vor allem der umfassenden Auseinandersetzung Wildes mit Volks- und Aberglauben oder okkulten und paranormalen Phänomenen, die dazu dienten der nüchternen Rationalität zu entfliehen. So sagt Wilde:

„Ich liebe den Aberglauben. Er ist das Farbelement des Denkens und der Einbildungskraft. Er ist der Gegner des gesunden Menschenverstandes. Der gesunde Menschenverstand ist der Feind der Romanze. Belasst uns etwas Unwirklichkeit. Macht uns nicht zu unangenehm vernünftig.“ 1)

Die diplomaten Familie Otis zieht von Amerika nach England in das Schloss Canterville ein, owohl alle davon abraten. Dabei übernehmen sie nicht nur das Schloss, sondern auch das mörderische Hausgespenst, Sir Simon, das seit 1548 dort sein Unwesen treiben soll. Schon nach kurzer Zeit macht er sich bemerkbar. Jedoch schrecken weder die Eltern noch die Kinder von seinen vielzähligen „Erschreck-Versuchen“ ab. Dazu spielen die Zwillinge ihm auch noch Streiche, wo er sich jedes Mal einen Schreck einjagt. Das Gespenst ist traurig und fühlt sich gedemütigt. Er sehnt sich nach dem Tod. Doch da ist die junge Virginia, die einzige die für ihn Erbarmen hat. Gelingt es ihr ihn zu erlösen, damit er seinen Frieden findet?

Fazit: Am Anfang erwartet man eine schaurige Geistergeschichte, die einem zum Gruseln bringt. Doch das Blatt wendet sich, als die Zwillinge dem Gespenst Streiche spielen und dieser dann alles versucht, um gruseliger zu werden.  Somit stellt sich die Geschichte als überraschend amüsant heraus und bringt einem zum Schmunzeln. Es macht Spaß es zu lesen, da das Übernatürliche anders dargestellt wird. Empfehlenswert ist es für Kinder wie auch Erwachsene. Als Erwachsener nimmt man dabei die ein oder andere Weisheit mit, die sich in dieser Erzählung verbirgt.

beitrag 4.1

1) Wilde, O. (1887). Das Gespenst von Canterville (S.76). Ditzingen: Reclam.

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